Böllern fürs Brauchtum

28. Arbeitstagung der niederbayerischen Böllerschützen im Schützengau


Eine große Ehre ist es am Sonntag für die Bogenbachtaler Böllerschützen aus Hunderdorf als Veranstalter gewesen, dass die niederbayerischen Böllerschützen erstmals als Tagungsort für ihre jährliche Arbeitstagung das Amtshaus in Windberg auswählten. Etwa 140 Böllerschützen aus ganz Niederbayern kamen zur 28. Arbeitstagung ins Klosterdorf.

Gauschützenmeister Roland Saller zeigte sich erfreut darüber, dass die Tagung diesmal im Schützengau Straubing-Bogen stattfand. Immerhin sei dieser mit 63 Schützenvereinen und seinen über 5 500 Mitgliedern, davon inzwischen sieben Böllergruppen, einer der größten Gaue in Bayern.  

Der Windberger Bürgermeister und Gau-Böller-Obmann Hans Gstettenbauer zeigte sich ebenfalls erfreut, dass so viele Böllerschützen aus Niederbayern nach Windberg gekommen waren und gab einen kurzen Streifzug zur Geschichte und Gegenwart des Klosterdorfes.  

„Die Böllerschützen sind etwas ganz Besonderes. Wenn das Böllern als Teil der bayerischen Tradition aufrechterhalten werden soll, muss in erster Linie in den Gemeinden die Akzeptanz der Bevölkerung hierfür gewonnen werden“, sagte stellvertretender Landrat Franz-Xaver Eckl. Dies sei im Landkreis Straubing-Bogen der Fall. Es wird nur zu herausragenden Anlässen geschossen. Deshalb sei das Böllern auch ein Ausdruck von Lebensfreude und Selbstbewusstsein. Geböllert werde aber auch am Volkstrauertag, um die gefallenen und vermissten Soldaten der beiden Weltkriege zu ehren.

 

Böllern fürs Brauchtum

Böller-Pfarrer Alfred Binder aus Künzing, der selbst aktiver Schütze ist, zelebrierte um 10.30 Uhr mit Unterstützung der Windberger Patres einen feierlichen Gottesdienst, musikalisch gestaltet von Kirchenmusiker Peter Hilger, in der Pfarr- und Klosterkirche. In seiner beeindruckenden Predigt schloss er neben den Böllerschützen auch die Mitglieder des Windberger Trachtenvereins mit ein, die im Rahmen ihrer Adventsfeier ebenfalls am Gottesdienst teilnahmen.  

 

Das anschließende gemeinsame Böllern hinter den Klostermauern wurde eine Demonstration bayerischen Brauchtums: Insgesamt 50 Böllerschützen aus ganz Niederbayern waren dazu angetreten. Die Kommandos gab der Böllermeister der Bogentaler Böllerschützen Hunderdorf, Albert Kuffner.  

Der Bezirksreferent Gottfried Schmieder gab nach dem gemeinsamen Essen einen kurzen Rückblick und eine Vorschau auf die kommenden Jahre und konnte auch mit Zahlen aufwarten. Er berichtete unter anderem den anwesenden Böllerschützen, dass es in Bayern aktuell insgesamt 720 Böllergruppen mit 9 850 aktiven Böllerschützen gibt. Davon seien 123 Vereine mit 2 216 Böllerschützen in Niederbayern angesiedelt.   

Weiterhin ehrten Schmieder und Gauschützenmeister Roland Saller noch Karl Reitberger von den Haidenbacher Böllerschützen für seine besonderen Verdienste in der Böllerarbeit mit dem Ehrenabzeichen in Silber.